Für mehr sichere Schulwege …

Kidical Mass: europaweite Fahrraddemonstrationen von zehntausenden Kindern, Jugendlichen und Familien für sichere Fahrradwege für alle

Sonntag, 20. September 2020, 14:30 Uhr:
Der Oldenburger Schloßplatz ist gesprenkelt mit weißen Kreuzen im Abstand von zwei Metern. Nach und nach präsentiert sich aus allen Richtungen die Vielfalt der Oldenburger Radler*innen, darunter viele Kinder. Man sieht die Kleinsten mit Laufrädern oder in ihren Kindersitzen, Eltern mit oder ohne Transportrad für die Jüngsten sowie Großeltern mit schnittigen E-Bikes. Fahrräder sind mit bunten Luftballons geschmückt. Die Menschen versammeln sich Corona gerecht mit Abstand und Maske. Handgemalte Pappschilder zeigen die Forderungen unserer jüngsten Mitbürger*innen an die Politik und die Erwachsenen auf: „Verkehrswende statt Weltende“, „für mehr sichere Schulwege“, „Autos weg von unseren Wegen“, und „mehr Platz für Fahrräder“.
Schließlich setzt sich ein Demonstrationszug aus ca. 700 Menschen auf Rädern in Bewegung, darunter ca. 330 Kinder. Vornweg fährt die Polizei als Freund und Helfer. Der Zug wird von zehn Kindern angeführt, die schon verkehrssicher sind. Sie sorgen für ein kindgerechtes Tempo. Es geht durch die Gartenstraße, die Meinardusstraße, die Auguststraße, die Alexanderstraße über den Pferdemarkt zurück zum Schloßplatz. Wenn man als Ordner*in die Aufgabe übernommen hat, an einer Kreuzung die Radfahrenden vor Autos zu sichern, kann man den nicht enden wollenden, fröhlich klingelnden, bunten Zug genießen. Die Radelnden haben an diesem Ausnahmetag viel Platz, nämlich eine ganze Fahrbahnbreite. Sie können sich sicher fühlen, nebeneinander fahren und miteinander sprechen. Es ist rundherum familien- und kindgerecht – sogar für die Kleinsten und die Ältesten. Radfahren macht Spaß!
So friedlich, sicher, rücksichtsvoll und frei von Autoverkehr und parkenden Autos müsste es immer auf unseren Wegen zugehen! So viel Platz müssten Fahrradfahrende immer haben! Dann könnten Eltern ihre Kinder endlich unbesorgt alleine mit ihren Fahrrädern zur Schule, zum Sport oder zu ihren Freunden fahren lassen.
Die Demonstration war Teil einer europaweiten Meinungskundgebung namens „Kidical Mass“. Mit mehr als 100 Fahrraddemos in Deutschland, Belgien, England, Österreich und der Schweiz haben zehntausende Kinder, Jugendliche und Familien am 19. und 20. September 2020 ein Umdenken in der Verkehrspolitik gefordert: Kinder und Jugendliche sollen sich in Zukunft sicher und selbständig mit dem Fahrrad bewegen können.
Zu den bundesweiten Unterstützern gehörten der ADFC, Campact, Changing Cities, Deutsches Kinderhilfswerk, Greenpeace, RAD-KOMM, VCD sowie mehr als 150 lokale und regionale Vereine, Organisationen und Initiativen. In Oldenburg wurde die Aktion von der Gruppe „Verkehrswandel.de“ organisiert.
Anke Lüken

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