Radfahren im ländlichen Raum

 

Licht und Schatten

Wenn in den Medien über Radverkehr und Verkehrswende berichtet wird, dann häufig über die Situation und die Entwicklung in den Städten. Aber auch im ländlichen Raum ist das Fahrrad ein sinnvolles Verkehrsmittel.

 

Wenn in den Medien über Radverkehr und Verkehrswende berichtet wird, dann häufig über die Situation und die Entwicklung in den Städten. Aber auch im ländlichen Raum ist das Fahrrad ein sinnvolles Verkehrsmittel. So steigen auch im ländlichen Raum die Zahlen an Radfahrenden. Unterstützt wird der Trend durch die Verbreitung von Pedelecs, mit denen unabhängig von Alter oder körperlicher Fitness bequem größere Entfernungen zurückgelegt werden können.
Das Fahrrad ist nicht nur ein Freizeit- und Sportgerät, sondern auch ein Verkehrsmittel im Alltag.
Wer mit dem Fahrrad fährt, tut nicht nur etwas für das Klima, sondern auch für Geist  und Körper. Mit dem Fahrrad lernt man außerdem auch seine Umgebung kennen.

Mehr Schatten…

Doch gerade im ländlichen Alltag bewegt man sich mit dem Fahrrad häufig auf der Infrastruktur aus einer Zeit, als die Förderung des Autoverkehrs noch im Mittelpunkt stand. Innerorts ist man nur selten auf eigenständigen Radwegen unterwegs, sondern muss sich den wenigen Platz auf dem Bürgersteig mit den Fußgänger*innen auf benutzungspflichtigen gemeinsamen Geh- und Radwegen teilen. Da kann es schon mal eng werden, insbesondere, wenn an Müllabfuhrtagen die abgestellten Mülltonnen den verfügbaren Platz weiter einschränken, oder man mit Anhänger oder Lastenrad unterwegs ist.

 

Doch nicht nur die Breite der Wege ist ein Problem, sondern auch die Qualität des Bodenbelags: Schlechte Pflasterung, Schlaglöcher, Absenkungen an Grundstückseinfahrten und Abbiegungen, die häufig auch nur schwer einsehbar sind, sorgen für wenig stressfreie und bequeme Fahrten.
Außerorts radelt man meistens auf schmalen Wegen neben den Landstraßen. Auf diesen Wegen hat man nicht selten mit Bodenwellen durch Baumwurzeln und Schlaglöchern zu kämpfen.
Etwas bequemer und weniger eintönig radelt man hingegen, wenn man sich Routen abseits der Landstraßen sucht. Da kann man dann nicht nur auf breiteren und meist schlaglochfreien und oft auch autoarmen Straßen unterwegs sein, belohnt wird man auf diesen Routen auch mit dem Ausblick und Impressionen der Umgebung. Es lohnt sich also neue Routen zu suchen, diese sind mitunter auch kürzer, als entlang der Hauptstraßen.

 

Ein Silberstreif am Horizont

Doch auch im Landkreis tut sich etwas. Unzufriedene Bürger*innen wenden sich an Politik, Verwaltung und Presse und machen auf die Probleme aufmerksam. Und auch der ADFC ist mit dabei.
Der Landkreis hat die Überprüfung aller Radinfrastruktur an Landes- und Kreisstraßen in Auftrag gegeben. Die Überprüfung ist bereits abgeschlossen und es soll sich nun nach und nach in den Kommunen etwas tun, wo die Infrastruktur nicht den aktuellen Regelwerken entspricht.
Auch sollen die Geh- und Radwege außerorts nach und nach verbreitert werden. Teilweise wurden sie es schon, so dass man nun gefahrlos aneinander vorbeifahren oder überholen kann.
Das neue Knotenpunktsystem im Landkreis ist nicht nur eine Hilfe für Freizeit- und Tourenfahrer*innen, sondern auch für Alltagsradelnde bei der Suche nach neuen Routen.
Radschnellwege für Radpendler*innen sind immer wieder mal im Gespräch, bisher aber ohne sichtbares Ergebnis.
Innerorts lahmt der Prozess der Verkehrswende hingegen etwas. An vielen Stellen fehlt der Platz für eine eigene Radinfrastruktur, und es braucht mutige Maßnahmen, um Platz neu zu verteilen und auch die entsprechenden (finanziellen) Mittel dafür bereitzustellen.
Der ADFC wird den Prozess weiter begleiten und freut sich über Unterstützung.

Aber auch die radelnden Bürger*innen sind gefordert, bei Politik und Verwaltung nicht locker zu lassen, damit sich die Situation für Radfahrende in den ländlichen Kommunen verbessert, nicht zuletzt aber auch weiter auf das Fahrrad als Verkehrsmittel zu setzen und Mitmenschen zur Radnutzung zu animieren.
Denn eine einladende Radinfrastruktur für steigenden Radverkehr sorgt auch für mehr Sicherheit des Fußverkehrs und für mehr Aufenthaltsqualität in unseren Landgemeinden.

Text und Fotos: Christian Lüdke

Der Autor ist Mitglied im Vorstand des ADFC Oldenburg und hat seit über einem Jahr seine alltägliche Mobilität vom Auto auf das Fahrrad umgestellt. Er fährt über 7000 km im Jahr witterungsunabhängig mit dem Fahrrad durch den Landkreis, u. a. 14 km von seinem Wohnort zu seiner Arbeitsstelle, und möchte nicht mehr zurück ins Auto steigen.

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Häufige Fragen von Alltagsfahrern

  • Was macht der ADFC Oldenburg?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

    Der ADFC Kreisverband Oldenburg arbeitet hauptsächlich auf drei Gebieten, die sich aber teilweise überschneiden.
    Der erste Bereich ist die Verkehrspolitik.  Hier nimmt der ADFC Einfluss auf die Politik, mit dem Ziel, die verkehrliche Situation für den Radverkehr zu verbessern.  So hat der ADFC bei der Fahrradstation mitgewirkt, bei der Gestaltung der Heiligengeiststraße und der Fahrradstraße, er hat einen Vertreter im Verkehrsausschuss der Stadt Oldenburg, beim Strategieplan Mobilität und Verkehr (Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes) und in der AG Radverkehr (Verwaltung, Polizei und ADFC) und ist auch sonst immer dann zur Stelle, wenn Belange der Radfahrerinnen und Radfahrer berührt werden.

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  • Wie erreiche ich den ADFC Oldenburg?

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    Peterstraße 3
    26121 Oldenburg

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